Markenstrategie, Logo oder Website

You are currently viewing Markenstrategie, Logo oder Website

Foundation

Markenstrategie, Logo oder Website — was brauche ich zuerst?

Ein Logo ist eine Antwort. Die Frage kommt vorher.


Ruth Leon-Alarcon · 6 Min. Lesezeit

Wer ein Unternehmen aufbaut, hat irgendwann drei Dinge auf der Liste: ein Logo, eine Website, eine Markenstrategie. Das Logo zieht als Erstes an, und das aus gutem Grund: Es ist sichtbar, man kann es herzeigen, es fühlt sich nach Fortschritt an.

Es gibt eine Reihenfolge, die auf Dauer weniger Arbeit macht. Hier ist sie, Schritt für Schritt, mit dem Grund dahinter.


01   Foundation — was du anbietest und für wen

Am Anfang stehen drei Fragen: Was verkaufst du? An wen? Und woran erkennt jemand den Unterschied zum Anbieter nebenan?

Die Antworten passen auf eine Seite Papier. Sie sind die Grundlage für alles Weitere — für den Namen, für die Farben, für jeden Satz auf der Website. Das ist der Moment dafür, bevor Geld in Gestaltung fließt, damit das Logo die Menschen anspricht, die es ansprechen soll.


Der Name — dein Begleiter

Direkt nach dem Geschäftsmodell kommt der Name. Er bleibt länger als alles andere: Domain, Social-Media-Profile, E-Mail-Adresse, Rechnungen, Beschriftung am Auto.

Deshalb lohnt sich hier Zeit. Ein Name trägt, wenn er vier Dinge kann: Er sagt, worum es geht. Er ist klar. Er passt zum Unternehmen. Und er lässt sich merken und weitererzählen.

Der letzte Punkt ist der eigentliche Test. Ein Beispiel: Ein Name wird kreativ geschrieben — mit doppeltem Buchstaben, mit K statt C, mit einem Wortspiel darin. Auf dem Papier wirkt er originell. Im Gespräch sagt jemand ihn weiter, das Gegenüber tippt ihn am Abend so ein, wie er klingt, und landet bei einem anderen Unternehmen. Die Empfehlung war da. Angekommen ist sie nicht.

Erst wenn der Name steht, werden Domain und Profile reserviert. Diese Reihenfolge erspart eine Umbenennung nach zwei Jahren, mit allem, was daran hängt.


02   Branding — der ganze Auftritt

Jetzt kommt das Sichtbare: Logo, Schriften, Farben, Bildsprache und die Regeln, nach denen alles zusammenpasst. Das ist Branding.

Ein Logo allein ist ein Zeichen. Branding geht weiter. Gut gemacht erkennt man ein Unternehmen auch dann, wenn das Logo gerade gar nicht zu sehen ist — an der Farbe, an der Schrift, am Ton.

Und es transportiert etwas: Werte, Charakter, Stil. Genau das bleibt bei den Menschen im Kopf. Es ist das, was über dein Unternehmen gesagt wird, wenn du nicht im Raum bist.

Das zählt, sobald mehrere Menschen etwas für dich gestalten — eine Druckerei, ein Fotograf, jemand für Social Media. Mit festgehaltenen Regeln erkennt man auf fünf Kanälen dasselbe Unternehmen.


03   Website — hier kommt alles zusammen

Eine Website besteht aus Teilen: Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt. Diese Teile fügen sich leicht zusammen, wenn die Arbeit davor gemacht ist.

Was auf der Seite steht, kommt aus Foundation. Wie sie aussieht, kommt aus Branding. Wie sie klingt, kommt aus Communication.

Deshalb ist die Website selten das erste Projekt. Sie ist die Stelle, an der alles zusammenläuft, und das zählt, sobald Menschen dich suchen, bevor sie anrufen: In einer Minute verstehen sie, was du anbietest.


04   Communication — wie du sichtbar bleibst

Zum Schluss die Frage, was du erzählst, wo und wie oft.

Dazu gehört der Ton: die Art, wie dein Unternehmen spricht. Ob du duzt oder siezt. Ob du kurze Sätze verwendest oder ausführlich erklärst. Ob Humor dazugehört. Das wird einmal entschieden und gilt dann für Newsletter, Angebote, Social Media und die Nachricht, die du um sieben Uhr abends zwischen zwei Terminen tippst.

Dazu gehören auch die Kanäle. Zwei Kanäle, die verlässlich bespielt werden, wirken stärker als fünf, die im dritten Monat stillstehen.

Das merkst du in der Woche, in der du keine Zeit hast und trotzdem etwas posten willst. Mit entschiedenem Ton beginnt jeder Monat dort, wo du aufgehört hast.

Ein Logo ist in einer Woche gezeichnet. Die Entscheidung dahinter trägt zehn Jahre.

Alles hängt zusammen. Der Name kommt aus dem Geschäftsmodell. Das Logo kommt aus dem Namen und den Werten. Die Website kommt aus allem davor.

Der Vorteil dieser Reihenfolge liegt in den Kosten einer Änderung. Ein Satz auf Papier ist in einer Stunde korrigiert. Ein fertiges Logo, eine fertige Website und eine reservierte Domain brauchen dafür deutlich mehr.

Wenn du wissen willst, an welcher Stelle du gerade stehst: Der Idea Check sind 14 Fragen mit Ja oder Nein. Innerhalb von 48 Stunden bekommst du eine ehrliche Einschätzung.

Häufige Fragen

Was oft gefragt wird.

Das Logo ist ein Zeichen. Die Marke ist alles, woran dich jemand erkennt und was er über dich denkt: Farben, Schrift, Sprache, Auftreten. Das Logo gehört dazu, es ist ein Teil davon.

Ja, wenn klar ist, was du anbietest, für wen und wie du klingen willst. Mit diesen Antworten schreibt sich der Text der Seite fast von selbst.

Bei uns Wochen. Es geht um Entscheidungen, weniger um Studien.

Möglich ist es. Es hängt daran: Domain, E-Mail-Adressen, Profile, Drucksachen, Beschriftungen und die Menschen, die dich unter dem alten Namen empfohlen haben. Deshalb kommt der Name früh.